Nebenwirkungen
Nebenwirkungen kommen üblicherweise gegen Ende der
Therapiephase oder in den ersten Behandlungswochen vor. Wie
schwerwiegend sie sind, hängt davon ab, wie viel Radiotherapie
verabreicht wurde.
Ihr Arzt informiert Sie über die Nebenwirkungen, die Sie bei
der Radiotherapie haben können, und verschreibt Ihnen Medikamente
um Ihnen zu helfen.
Die Radiotherapie macht Sie müde, ruhen Sie sich also so gut es
geht aus, vor allem wenn Sie zum Behandlungszentrum anreisen
müssen. Ihnen kann etwas übel sein, was sich aber in der Regel mit
Medikamenten gegen Übelkeit gut behandeln lässt.
Empfindlichkeit der Haut
Die Haut im Behandlungsgebiet kann gerötet und schmerzhaft
werden, wie ein Sonnenbrand. Gelegentlich schält sich die Haut
oder bekommt Risse. Zu Beginn Ihrer Radiotherapie werden Sie über
den Umgang mit der Haut im Behandlungsareal beraten werden, und
Sie werden ggf. Cremes oder Lotionen gegen die Hautreizung
erhalten.
Haarausfall
Haarausfall entsteht, wo der Radiotherapie-Strahl in die Haut
ein- und wo er wieder austritt. Das Haar kann ein paar Wochen nach
Therapieende wieder nachwachsen, der Haarverlust in dem
behandelten Areal kann gelegentlich aber auch permanent sein. Z.B.
verlieren Männer, die wegen eines Krebses im Kehlkopf behandelt
wurden, in diesem Bereich ihre Bartbehaarung.
Augenreizungen
Dies schließt Bindehautentzündung und trockene Augen ein, die
behandelt werden können.
Halsschmerzen
Radiotherapie kann die Schleimhäute von Mund, Hals und Nase
schmerzhaft und entzündet machen. Beim Hals kann dies zu
Schluckstörungen führen. Zur Erleichterung kann Ihr Arzt Ihnen
Schmerzmittel und Mundwaschlösungen verschreiben, und er wird
Ihnen weitere Informationen zu leichter zu schluckenden
Nahrungsmitteln geben. Falls der Hals zu schmerzhaft für Essen und
Trinken wird, können Sie durch einen nasogastralen Schlauch mit
einer Flüssigkost ernährt werden. Dieser Schlauch, auch Sonde
genannt, wird durch die Nase abwärts bis zum Magen gelegt.
Trockener Mund oder Hals
Falls die Radiotherapie im oberen Anteil des Halses verabreicht
wird, kann dies die Speicheldrüsen beeinträchtigen, so dass sie
weniger oder keinen Speichel mehr produzieren, was zu einem
trockenen Mund führen kann. Die Trockenheit kann durch Olivenöl,
künstlichen Speichel, medizinische Pastillen oder einige andere
medizinische Produkte gelindert werden. Diätassistenten können Sie
über Nahrungsmittel mit höherem Feuchtigkeitsanteil sowie generell
leichter zu schluckenden Nahrungsmittel beraten. Meistens erholen
sich die Speicheldrüsen wieder, bei einigen Patienten kann die
Speichelreduktion aber auch permanent sein.
Auch der Hals kann sich trocken anfühlen. Sie können auch ein
Gefühl haben, als hätten Sie einen klebrigen Schleim im Hals.
Diese beiden Probleme können über das Ende der Behandlung hinaus
bestehen bleiben, sollten aber nach und nach aufhören.
Fall Sie einen trockenen Mund haben, ist es wichtig, regelmäßig
zum Zahnarzt zu gehen, da Zahnverfall und Zahnfleischerkrankungen
bei trockenem Mund häufiger sind. Falls nach Radiotherapie des
Mundbereichs ein Zahn entfernt werden muss, sollte dies von einem
Spezialisten im Krankenhaus durchgeführt werden und nicht von
Ihrem sonstigen Zahnarzt.
Beeinträchtigungen oder Verlust der Stimme
Bei Kehlkopfkrebs kann Ihre Stimme auch vor Behandlungsbeginn
schon heiser sein. Sie wird dann während der Radiotherapie
wahrscheinlich noch heiserer oder kann sogar ganz verschwinden. In
den auf die Behandlung folgenden Wochen und Monaten wird sich die
Stimme nach und nach erholen und wieder stärker werden. Evt. wird
ein Sprachtherapeut (Logopäde) Sie Übungen zur schnelleren
Stimmerholung machen lassen.
Appetitverlust, Verlust von Geschmack und Geruch
Einige Patienten verlieren während und nach der Radiotherapie
ihren Appetit. Man kann Ihnen für diese Zeit spezielle
hochkalorische Getränke oder andere Nahrungszusätze verschreiben,
bis Ihr Appetit sich erholt. Geruch und Geschmack können während
der Therapie und einige Monate danach abstumpfen oder sich
anderweitig verändern. Geschmack und Geruch sollten sich aber nach
der Therapie nach einiger Zeit wieder normalisieren. Bei einigen
tritt möglicherweise keine vollständige Besserung auf. Ihr
Sprachtherapeut (Logopäde) kann Ihnen dann einige hilfreiche
Techniken zeigen.
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